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Aktuelles zu Vereinsfesten

Aktuelles zu Vereinsfesten

Aktuelles zu Vereinsfesten

Die neue Definition von großen und kleinen Vereinsfesten sowie die Erhebungen der Finanzämter in vielen Ortsgruppen sorgten in den letzten Monaten für große Unsicherheit und Verwirrung bei den Landjugendfunktionären. Nun gibt es erste Präzisierungen der Vereinsrichtlinien.

 

Warum ist eine Unterscheidung von großen und kleinen Vereinsfesten notwendig? Die Unterscheidung zwischen großen und kleinen Vereinsfesten ist relevant für die steuerliche Beurteilung. Fällt eine Veranstaltung unter die Kategorie "großes Vereinsfest" ist ab einem Umsatz von € 30.000,- (netto) die Umsatzsteuer an das Finanzamt zu entrichten. Gilt eine Veranstaltung als "kleines Vereinsfest" entfällt die Umsatzsteuerpflicht. Die Körperschaftssteuerpflicht ist ab einem Gewinn von € 10.000,- sowohl beim kleinen als auch beim großen Vereinsfest abzuführen.

Was bedeuten die einzelnen Kriterien im Detail für eure Landjugendgruppe?   "Die Veranstaltung wird ausschließlich durch Vereinsmitglieder oder deren Angehörige getragen"

  • Als Vereinsmitglied gilt, wer in der Mitgliederdatenbank in der jeweiligen Landjugendgruppe aufscheint (siehe Statuten §4)
  • Alle weiteren Helfer, die keine Vereinsmitglieder sind müssen zumindest Angehörige der Mitglieder sein.
  • Jedoch gilt: Werden bestimmte sonstige Tätigkeiten durch externe Dritte vorgenommen, führt das nicht zwangsläufig zu einer Steuerpflicht. Wird die Durchführung durch einen Professionisten (zB Security) behördlich angeordnet oder ist eine Tätigkeit einem Nichtprofessionisten verboten (zB Durchführung eines Feuerwerks) oder ist eine bestimmte Tätigkeit den Vereinsmitgliedern absolut unzumutbar (zB Aufstellen eines großen Festzeltes), dann gelten trotzdem die Regelungen des kleinen Vereinsfestes.

 
"Die Dauer der veranstalteten Feste darf insgesamt nicht mehr als 48 Stunden pro Jahr betragen"

  • Dabei werden jene Stunden ab dem erstmaligen Aufsperren bis zum letztmaligen Zusperren gezählt. Das heißt, bei mehrtägigen Festen zählen auch jene Stunden dazu in denen nichts ausgeschenkt wird.
  • Die Ausnahme aus der Gewerbeordnung für gemeinnützige Vereine (max. 3 Tage im Jahr eine Veranstaltung) gilt aber weiterhin.

 
"Die Verpflegung darf ein beschränktes Angebot nicht übersteigen und ausschließlich durch die Vereinsmitglieder oder deren Angehörigen bereitgestellt und verabreicht werden."

  • Diese Voraussetzung ist nicht verletzt, wenn neben der Abgabe von Getränken und Speisen durch Vereinsmitglieder ein zusätzliches, im Umfang geringfügiges Speisenangebot durch einen fremden Dritten bereitgestellt und verabreicht wird (zB ein "Hendlbrater", ein Langosverkäufer, etc.). Dies gilt aber nur dann, wenn die Gäste unmittelbar in Vertragsbeziehung zu diesem fremden Dritten treten.
  • Wird die gesamte oder ein wesentlicher Teil der Verpflegung durch einen Wirt oder Caterer übernommen, wird das Vereinsfest als großes eingestuft und ist steuerpflichtig.

 
"Unterhaltungsdarbietungen dürfen ausschließlich durch Vereinsmitglieder oder regionale und der breiten Masse nicht bekannten Künstler erfolgen."

  • Konkret: die Steuerbegünstigung für Vereine gilt, wenn Musikgruppen oder andere Künstlergruppen beauftragt werden, die üblicherweise für ihren Auftritt nicht mehr als € 800,- pro Stunde verlangen.

Gilt unsere Veranstaltung auch als kleines Vereinsfest wenn nicht alle Kriterien vollständig eingehalten sind?
Ist eines der oben angeführten Kriterien nicht erfüllt gilt das Vereinsfest als großes und ist Umsatzsteuerpflichtig.  
Worauf ist bei einem großen Vereinsfest zu achten?

  • Ab einem jährlichen Nettoumsatz von € 30.000 aus gemeinnützigkeitsschädlichen Betrieben (dazu zählt auch das große Vereinsfest) ist die Umsatzsteuer zu entrichten.
  • Übersteigt der Jahresumsatz aus diesen gemeinnützigkeitsschädlichen Betrieben einen Betrag von € 40.000,- verliert der Verein den Anspruch auf Gemeinnützigkeit und somit alle damit verbundenen Vorteile (steuerliche Begünstigung, Ausnahme aus der Gewerbeordnung,…) – Ist dies der Fall kann eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden.
  • Helfern die keine Vereinsmitglieder oder nahe Angehörige sind müssen strenggenommen, unabhängig davon ob sie ein Entgelt für  ihre Tätigkeit erhalten oder nicht, zur Sozialversicherung angemeldet werden.


Hinweis: Um sämtliche noch offene Fragen zu dieser Thematik beantworten zu können veranstaltet die Landjugend Oberösterreich am 22. Oktober einen Informationsabend zu steuer- und vereinsrechtlichen Fragen bei Vereinsfesten. Ort und Beginnzeit wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.  

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